Am 20.10.2018 fand im Ev. Gemeindehaus in Langstadt unsere jährliche Frauentagung, diesmal in einer kleinen Runde, statt.

Thema war: „Die Integration und gegenwärtige Identität der Siebenbürger Sachsen in Deutschland“. Eingeladen war ein junger Referent, Fabian Richter, der in Temesvar studiert und sich in seiner Masterarbeit mit den eigenen siebenbürgischen Wurzeln auseinander gesetzt hatte. Er streifte die Geschichte der Siebenbürger Sachsen und deren Entwicklung zu einer Volksgemeinschaft, getragen von starken eigenen Institutionen bis zum 2. Weltkrieg und von einer ausgeprägten deutschen Identität über Jahrhunderte.

Diese war nach der Deportation, der Enteignung und der einsetzenden Familienzusammenführung nach dem 2. Weltkrieg zunehmend gefährdet. Die Aussiedlung der Siebenbürger Sachsen beschrieb er mit drei „Auswanderungswellen“, welche am Ende des 2. Weltkrieges, in der kommunistischen Ära und nach dem Fall des Diktators Ceausescu stattfanden. 

Referent Fabian Richter im Gespräch mit Teilnehmerinnen

Jede Anwesende konnte sich einer dieser Aussiedlungswellen zuordnen und aus der eigenen Familienbiographie über die Gründe der Niederlassung in Deutschland berichten. So wurde der Bogen nach Deutschland, mit dem am meisten von Siebenbürgern besiedelten Gebiet, geschlagen. Im folgenden Gespräch zeigte sich, dass das Bekenntnis ein Siebenbürger Sachse zu sein und das Bestreben diese Identität zu bewahren und zu erhalten, der in Siebenbürgen geborenen Generationen ein Selbstverständnis ist.

Da die Religion eine wichtige Rolle in der Bewahrung der Identität und des Friedens zwischen den Völkern spielte und noch spielt, entfachte sich eine rege Diskussion über die aktuelle Einwanderungspolitik. Offen blieb die Frage, ob es zur Bewahrung unserer Identität als Siebenbürger Sachsen außer über Kultur und Brauchtum noch andere Wege und Möglichkeiten gäbe.

Nach dem Mittagessen gab es Kaffee und Kuchen. Anschließend wurden wir von der Referentin Anita Scheiner in die Geheimnisse des Origamifaltens eingeführt. Nach einer Achtsamkeitsübung gestaltete jede Teilnehmerin unter ihrer kompetenten Anleitung eine Vase aus SnapPap und bemalte sie mit siebenbürgischen Motiven aus der Keramik oder eigenen Schmuckelementen.

 Nachwuchs am Materialtisch

 Die Kunst des Faltens  oder Origamitechnik

Es war eine spannende und anregende Tagung und wir bedankten uns herzlich bei den jungen Referenten und bei der Organisatorin dieser Tagung, Karin Scheiner. Durch ihren beherzten Einsatz und den umfangreichen Vorbereitungen hatte sie diese überhaupt möglich gemacht. Ebenso bedankten wir uns bei Maria Rampelt, die die Gespräche moderierte und bei Ursl Tobias, welche einen Kuchen gespendet hatte.

 

Von Edith Bartha, Fotos von Karin Scheiner                                                               Griesheim, 22.10.2018