Pflege der siebenbürgisch-sächsischen Gemeinschaft

Von Beginn an war die Organisation bemüht, das Gefühl der Zusammengehörigkeit zu pflegen und zu stärken. Dazu dienten insbesondere gesellige Zusammenkünfte wie Holzfleisch- (Grillfleischessen) und Baumstriezelessen, später meist Waldfeste genannt, meist mit Blasmusik und Tanzgruppen, wobei die Trachten eine besondere Augenweide darstellten. Auch der traditionelle Katharinenball war mit Aktivitäten von Kulturgruppen gekoppelt, durch Chorauftritte zusätzlich bereichert. Bei diesen Gelegenheiten veranstaltete das Frauenreferat häufig Verkaufsbasare mit schönen Basteleien, deren Erlöse ausnahmslos für soziale Zwecke Verwendung fanden.

Kulturgruppen der Landesgruppe Hessen

Aus der Jugendgruppe ging nicht nur eine Tanzgruppe hervor, sondern auch ein Chor. Dessen erster Dirigent war der siebenbürgisch-sächsische Lehrer Wilhelm Kootz, der in Offenbach unterrichtete. Er behielt die Leistung viele Jahre. Dank seines Wirkens haben uns Chor und Tanzgruppe bei den verschiedensten Anlässen sehr erfolgreich vertreten und ein positives Erscheinungsbild in der Öffentlichkeit geprägt. Aus deren frühen Aktivitäten ragt, auch bildlich gut dokumentiert, das Hoherodskopf-Treffen von 1957 heraus, zu dem die Deutsche Partei eingeladen hatte. Die Auftritte erfolgten von vor ca. 21.000 Vertriebenen.
Als die Hessische Landesregierung unter dem Ministerpräsidenten Georg August Zinn durch den ersten „Hessentag“ 1961 allen Bürgern des Landes — neuen wie alteingesessenen — Gelegenheit gab, sich in Eigenart, Brauchtum, Tradition, Tracht etc. darzustellen, sich dadurch besser kennen und verstehen zu lernen, damit aus der frühen not- und elendsbedingten Trennung zwischen den Menschen der Nachkriegsjahre ein gedeihliches hessisches Miteinander werde, waren auch unsere Sachsen mit Chor und Tanzgruppe dabei. Seither ist die Landesgruppe, mit geringen Unterbrechungen, bei den Hessentagen grundsätzlich vertreten.