Internationaler Kulturaustausch

Als erste internationale Begegnung zählt bis heute die Teilnahme an der Tausendjahrfeier Luxemburgs von 1963. Dort traten Chor und Tanzgruppe der Landesgruppe auf und beteiligten sich in ihrer Tracht am Festumzug, was damals außergewöhnliches Aufsehen erregte. Das bezeugt, dass sich unsere Landsleute früh im „europäischen Raum“ bewegten, sich diesem öffneten und innerlich begannen, sich Europa zu erschließen. Nach Osten wandte sich der Blick durch die gegenseitigen Besuche Kümmelquartett Neu-Isenburg — Schässburger Kammerchor, die nach vielen vergeblichen Anläufen des damaligen Landesvorsitzenden Johann Riemer zustand kamen, zu jener Zeit ein kleines Wunder. Dabei bestanden die Schwierigkeiten darin, eine Reisegenehmigung für die Schässburger Partner ins westliche Ausland zu erreichen. Dennoch gelang es, den Austausch mehrfach zu wiederholen. 1970, 1975, 1978 und 1985 trat der Neu-Isenburger Kümmelchor in Schäßburg und dessen Umgebung auf, während die Gegenbesuche des Schässburger Kammerchores 1973, 1976 und 1982 erfolgten.
Im Rahmen einer Besuchsreise des Instrumental- und Volkstanzensembles aus Youngstown/USA veranstaltete die Landesgruppe Hessen am 11.7.78 unter der Schirmherrschaft des Hessischen Kultusministers Hans Krollmann in der Hugenottenhalle Neu-Isenburg einen großen Kulturabend, zu dem auch eine Abordnung amerikanischer Bürger vom Militärflughafen Rhein-Main erschien.
Krollmann würdigte die Bemühungen der Siebenbürger Sachsen um Integration in die hiesige Gesellschaft, unterstrich aber gleichzeitig auch ihre Pflicht, den Kontakt zu den in Siebenbürgen Verblieben aufrecht zu erhalten. Als Auszeichnung für langjähriges Wirken auf sozialem und kulturellem Gebiet verlieh der Minister im Auftrage des Hessischen Ministerpräsidenten Holger Börner Pfarrer Michael Kenst und Konrektor i.R. Wilhelm Kootz den Ehrenbrief des Landes Hessen, den diese „stellvertretend für viele andere siebenbürgische Landsleute“ annahmen. Neben dem amerikanischen Ensemble waren auch der Neu-Isenburger Kümmelchor sowie die Tanzgruppe Neu-Isenburg (Buchenbusch) am großartigen Programm beteiligt. Unter dem Jubiläumsmotto „300 Jahre seit der Einwanderung der Deutschen in die USA“ besuchte der „Concordia-Chorus“ aus Youngstown 1983 Deutschland, wobei er auch in Neu-Isenburg ein Konzert gab. Vielfach wurden neue Kontakte geknüpften und Freundschaften durch USA-Besuche vertieft, und beim zweiten Besuch desselben Chores freute man sich schon auf gute Bekannte und Freunde.

Hessische Kulturgruppen besuchen Kanada und die USA


Im Rahmen des Kulturaustausches zwischen den Verbänden der Föderation der Siebenbürger Sachsen stattete eine von der Bundesleitung der Landsmannschaft ausgewählte Kulturgruppe den Verbänden in Kanada und in den USA einen Besuch ab. Diese setzte sich aus Laienkünstlern verschiedener Kreisgruppen zusammen. Herz der Truppe waren die Vereinigten Siebenbürgischen Blaskapellen aus Hessen (Rüsselsheim und Pfungstadt) unter ihrem Dirigenten Simon Müller.

Daneben wurde — z.T. aus den Ehefrauen der Musiker — eine Gruppe zur Brauchtumsdarstellung gebildet, die dem Publikum aus Übersee siebenbürgische Trachten und Kopfbedeckungen vom Kinde bis zum Greise vermittelte. Verantwortlich hierfür zeichnete Frau Katharina Müller. Um den beteiligten Personenkreis ein weiteres Mal einsetzen zu können, bildete man aus den Musikern und der Brauchtumsgruppe eine neue Tanzgruppe, mit der Hans Hell Volkstänze einübte. Die ganze Truppe unter der Gesamtleitung von Wilhelm Beer (Vors.), Dr. Roswitha Guist (Präsentation), Julius Baak und Ursula Tobias in schöner siebenbürgisch-sächsischer Tracht präsentiert, konnte nur erfolgreich sein. Gut vorbereitet, fuhr die Gruppe bei allen Auftritten Riesenerfolge ein und hinterließ einen äußerst positiven Eindruck. Wenn diese Boten siebenbürgisch-sächsischer Kultur jeweils am Schluss ihrer Vorstellungen gemeinsam mit dem Publikum das Siebenbürgenlied anstimmten, war das vielfach aus Siebenbürgen stammende Publikum nicht nur begeistert, sondern auch gerührt. In Kanada trat die Gruppe in Kitchener, Aylmer und Windsor auf, in den Vereinigten Staaten in Cleveland, Youngstown und Elwoodcity.

Auf weitere internationale Begegnungen kann besonders die Jugendtanzgruppe Neu-Isenburg zurückblicken, deren Auftritte im Ausland ebenfalls beachtlich waren:

  • in Brünn /Tschechien, gemeinsam mit der Jugendtanzgruppe Offenbach,
  • in Vöklabruck [Österreich]
  • in Wels [Österreich] und
  • in Szekszard / Ungarn.

Im Laufe der Jahre hat die Siebenbürgische Tanzgruppe aus Neu-Isenburg zahlreiche Auftritte bestritten. Nennen möchten wir z.B.

  • Auftritte in Gravenbruch,
  • beim Sommerfest in Neu-Isenburg,
  • bei der Eröffnungsfeier des neuen Schwimmbades in Neu-Isenburg,
  • bei den Waldfesten der Landesgruppe in Neu-Isenburg

sowie gemeinsame Auftritte mit den siebenbürgischen Blaskapellen aus Hessen

an den Hessentagen in

  • Lauterbach [1983],
  • Lampertheim [1984],
  • Fulda [1990],
  • Groß-Gerau [1994] und
  • Gelnhausen [1995].    Internationale Auftritte z.B.
  • in Brünn /Tschechien, gemeinsam mit der Jugendtanzgruppe Offenbach,
  • in Vöklabruck [Österreich],
  • in Wels [Österreich] und
  • in Szekszard / Ungarn.“