So bezeichnete Norbert Kartmann, Präsident des Hessischen Landtags, die Kulturveranstaltung, die im Rahmen der Feier zum 60-jährigen Bestehen des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Hessen am 13.11.2010 in Mühlheim stattfand und durch deren Programm Anitta Krafft-Daniel das Publikum als Moderatorin führte.


altIn ihrer Eröffnungsrede begrüßte die Landesvorsitzende  Ingwelde Juchum-Klamer die zahlreich erschienen Gäste, zu denen Norbert Kartmann, der Schirmherr der Veranstaltung, und Mitglieder des Bundesvorstands gehörten. Die Rednerin dankte den zahlreichern Helferinnen und Helfern, die durch ihr selbstloses Wirken die Veranstaltung ermöglicht hatten und den reibungslosen Ablauf des Kulturprogramms sowie die Verköstigung garantierten. Dieses gemeinsame Gestalten zeige, dass die Landsleute zusammenhalten und zu ihrer Herkunft stehen. Das mache sie stolz und zuversichtlich, dass die Vereinsarbeit auch in Zukunft erfolgreich fortgesetzt werde, folgerte Juchum-Klamer. Dass siebenbürgisch-sächsische Traditionen in Hessen aktiv weitergelebt werden, bewiesen der Aufmarsch der siebenbürgischen Tanzgruppen aus Hessen: Unter den Klängen der „Siebenbürger Musikanten Pfungstadt“ (Leitung: Hans-Dieter Wagner), die das gesamte Kulturprogramm musikalisch begleiteten, erschienen die Kindertanzgruppe Pfungstadt, die Jugendtanzgruppe Kassel sowie die Erwachsenentanzgruppen aus Pfungstadt, Mittelhessen und Kassel gemeinsam auf der Tanzfläche. Die zahlreichen Tänzerinnen und Tänzer in ihren bunten sächsischen Trachten waren für die Zuschauer eine Augenweide und verbreiteten eine fröhliche Stimmung. Ihr Können sollten die Tanzgruppen anschießend einzeln unter Beweis stellen.
In seiner sehr persönlichen Ansprache überbrachte Norbert Kartmann die Glückwünsche des gesamten Landtages und lobte die Leistung der Siebenbürger, die durch ihre Auswanderung etwas geleistet hätten, was die Hessen nicht aufweisen könnten. Er wies auf die Bedeutung des Gemeinschaftsgedankens hin und bezeichnete es als Aufgabe, das Band nach Siebenbürgen noch fester zu knüpfen, um das siebenbürgisch-sächsische Kulturgut zu erhalten.
Dass Kartmanns Worte wirklichkeitsnah sind,  belegte der Auftritt der Siebenbürgischen Kindertanzgruppe Pfungstadt unter der Leitung von Hilda Zall und Metta Brusch. Die Kinder im Alter von 5 bis 14 Jahren beeindruckten mit Elan durch ihr Können die Zuschauer sowohl bei ihrem Soloauftritt als auch beim „Vierspänner“, dem gemeinsamen Tanz mit der Siebenbürgischen Tanzgruppe Pfungstadt (Leitung: Anitta-Krafft-Daniel).
Die Grußworte des Bundesvorstands überbrachte Doris Hutter, stellvertretende Bundesvorsitzende. Sie unterstrich, dass die Siebenbürger Sachsen eine Bereicherung für Deutschland seien und forderte alle auf, gemeinsam mit den Heimatortsgemeinschaften die siebenbürgisch-sächsischen Belange voranzubringen.
Wilhelm Beer, ehemaliger Landesvorsitzender und Mitglied des aktuellen Landesvorstands, hielt die Festansprache, in der er einen Rückblick über 60 Jahre Verbandsarbeit in Hessen machte. In seiner Rede, die auf dem Vortrag von Dr. Volkmer (Wiesbaden) aufgebaut war, vermittelte der Autor Informationen und Fakten zur Entstehung und Entwicklung des Verbandes und würdigte die Leistung der Siebenbürger Sachsen als gelungene Integration.
Die Tanzgruppe Mittelhessen wurde 2007 zusammen mit der Kreisgruppe Mittelhessen gegründet. Unter der Leitung von Karin Lingner und Brigitte Ramser präsentierten die Tänzer mit Verve und Können die Tänze „Kaukasuswalzer“ und „Das Fenster“.
Der Landesvorstand hat die Möglichkeit, als Dank für geleistete Arbeit und als Ansporn für weitere Tätigkeiten im Dienste des Verbandes, Mitglieder zu ehren. Das Silberne Ehrenwappen des Verbandes der Siebenbürger Sachsen wurde an Udo M. Dieners für sein Wirken als Rechtsreferent des Landesvorstands, an Michael Theuerkauf, Reinhold Sauer und Klaus Servatius für ihre Tätigkeit in den Kreisgruppen sowie im Landesvorstand verliehen.
Eine besondere Auszeichnung wurde Ramona Linz zuteil: Doris Hutter überreichte ihr im Namen des Bundesvorstands das goldene Ehrenwappen des Verbandes der Siebenbürger Sachsen als Anerkennung für ihre langjährige und unermüdliche Tätigkeit im Verband.
Die Jugendtanzgruppe Kassel ist die jüngste siebenbürgische Kulturgruppe in Hessen. Sie wurde 2009 von Maria und Gustav Seiller gegründet. Ursprünglich sollten die jungen Tänzerinnen und Tänzer nur die Erwachsenentanzgruppe unterstützen. Aber der Spaß am Tanzen veranlasste die zwölf Jugendlichen, eine eigenständige Formation zu gründen. Dass diese Initiative mehr als gelungen ist, bewiesen sie mit ihrem Auftritt in Mühlheim. Im Anschluss an den Auftritt der bereits seit 1993 aktiven Tanzgruppe Kassel, die auf zahlreichen Veranstaltungen ihr Können unter Beweis gestellt hatte und die an diesem Abend die Tänze „Lüneburger Windmüller“ und „Seppl“ präsentierte,  tanzten die beiden Tanzgruppen „Wolgaster“ und ernteten für ihre Leistung begeisterten Beifall.
Den feierlichen Schluss der Kulturveranstaltung bildete das gemeinsame Singen des „Siebenbürgerliedes“ unter der Begleitung der Blaskapelle.
Im Foyer der Halle konnten die Gäste die Ausstellung „Schulen der Siebenbürger Sachsen“ besichtigen.
Die Veranstaltung, in der die Mischung aus beschwingten Tänzen und ernsten Darbietungen zweifellos gelungen war, ging nahtlos in den geselligen Teil über: Die Akustik-Band spielte zum Tanz auf und sorgte dafür, dass die Tanzfläche immer voll belegt war. So fand die Jubiläumsveranstaltung zum 60-jährigen Bestehen der Landesgruppe Hessen erst spät nach Mitternacht ein fröhliches Ende.(Klaus Servatius)